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Alter Schwede, ist der alt – und groß

Im Jahr 1999 wurde Hamburg um eine Attraktion reicher – nicht dass es unserer Stadt vorher daran gemangelt hätte, aber schaden tut es ja auch nicht.

Im September wurde nämlich bei Baggerarbeiten zur Fahrrinnenvertiefung in der Elbe in 15 Metern Tiefe ein 217 Tonnen schwerer Findling gefunden.
Der erste Versuch, den Riesen mit einem Schwimmkran vom Grund der Elbe zu bergen, misslang. Man hatte sein Gewicht zu gering (140 Tonnen) geschätzt.

Besser aufgestellt, mit einem Schwimmkran, der 1.600 Tonnen heben konnte, saß der zweite Versuch. Der zu Norddeutschlands größten Findlingen gehörende Koloss wurde erst auf ein Ponton gehoben um von dort zu seinem vorbereiteten Platz am Elbstrand in Övelgönne transportiert werden zu können.

Dort steht er nun, die Ausmaße riesig
Mit knapp 20 Metern (19,7 Meter) Umfang, 4,5 Metern Höhe, 7,9 Metern Breite an der einen und 5,2 Metern an der anderen Seite ist er beeindruckend, der Alte Schwede.
„Aber woher kommt der Name?“ wird sich nun so mancher fragen.
„Von der Herkunft natürlich“ lautet die Antwort.

Beginnen wir vorn
Alt ist er, der Alte Schwede. Er kam nämlich schon während der Elster-Eiszeit (wird derzeit auf etwa 400.000 bis 320.000 Jahre vor heute datiert) an die Elbe.
Seine Zugehörigkeit zu den Graniten Ostsmålands (Grauer Växjö-Granit) wird durch seinen Mineralbestand belegt.
Seine Reiseroute entspricht wahrscheinlich etwa dem Verlauf der heutigen Ostsee-Senke.

So verlief seine Reise – rau
Der Alte Schwede, oder der Große Stein von Övelgönne, wie er früher genannt wurde, weist deutliche Transportspuren auf. An der Nordseite verlaufen parallele Schrammen, auch Gletscherschrammen genannt. Sie entstanden, als andere Steine an ihm entlanggeschrammt sind.
An der Südseite des Riesenfindlings sind vom Gletscher geschliffene Gesteinspartien, diese sind heller als der restliche Stein.
Alle Vorsprünge des Alten Schweden sind vom Eis und Weggefährten bei der Reise poliert worden. In den Mulden aber ist die ursprüngliche, raue Oberfläche erhalten geblieben.
An der Westseite zeigt sich eine kantige Struktur. Sie lässt vermuten, dass der Findling während des Transports an dieser steil aufragenden Kluftfläche möglicherweise geteilt wurde.

Am 6. Juni 2000 wurde Hamburgs ältester Einwanderer auf den Namen Alte Schwede getauft und auch offiziell eingebürgert. Er ist ein beliebter Treffpunkt für Hamburger und Touristen und in seinem Schatten, direkt an der Elbe, lässt es sich herrlich entspannen.

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