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Online vs. Offline shoppen: Was sieht die Zukunft des Einkaufens aus?

Einer repräsentativen Umfrage vom Juni 2017 zufolge kaufen 80 Prozent der Deutschen häufig oder sogar regelmäßig im Internet ein, 23 Prozent der Befragten könnten sogar gänzlich auf stationäre Filialen verzichten. Auch in Hamburg ist die Situation des Einzelhandels laut ECE-Chef Alexander Otto wegen der Zunahme des Online-Shoppings angespannt. Vorangetrieben wird diese Entwicklung hauptsächlich vom Retail-Giganten Amazon.

An Online-Shops schätzen die Deutschen die riesige Auswahl an Produkten und Marken, die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten und die vielfältigen Bezahlungsoptionen. Außerdem ist Einkaufen im Internet dank Handels- und Logistikdienstleistern sowie Paketshops mit deutlich weniger Stress verbunden und gegen jede Erwartung sogar umweltfreundlicher als der klassische Handel. Es stellt sich die Frage, warum die Hamburger angesichts dieser Vorzüge überhaupt noch in die Geschäfte gehen.

Online und Offline gehen Hand in Hand

Die Antwort ist einfach: Der Aufschwung des E-Commerce hat den stationären Handel nicht verdrängt, sondern lediglich das Konsumverhalten verändert. Das Internet wird gern als Informationsquelle für Produktrecherche, Preisvergleiche und Rezensionslektüre herangezogen. Dies gilt vor allem für beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen wie Reisen, Versicherungen, Kredite und Gesundheitsservices. Den Kauf tätigen Interessenten in 42 % der Fälle jedoch im Laden vor Ort, umgekehrt passiert das nur etwa halb so oft. Dies nennt man in Fachkreisen übrigens den „ROPO-Effekt“, der auf der Webseite https://hosting.1und1.de/digitalguide/online-marketing/verkaufen-im-internet/was-ist-der-ropo-effekt/ genauer erklärt wird.

Dieser stellt den Handel zwar vor Herausforderungen, bietet jedoch auch Chancen – und somit potenzielle Vorteile für die Kundschaft: Große Händlerketten werden ihre Offline- und Online-Aktivitäten zunehmend aufeinander abstimmen und innovative Wege finden müssen, um besser auf die veränderten Kundenwünsche einzugehen und einen Weg fernab klassischer Verkaufsmodelle einzuschlagen; reine Internet-Shops werden wiederum dazu motiviert, begehbare Showrooms für ihr Produktsortiment einzurichten, um den ROPO-Effekt gewinnbringend für sich nutzen zu können.

Der traditionelle Einkaufsbummel: Die Vorteile

Die Gründe für den ROPO-Effekt liegen auch in den unschlagbaren Vorzügen und Alleinstellungsmerkmalen des realen Einkaufserlebnisses:

  • Persönliche Beratung: Deutsche schätzen die zwischenmenschliche Komponente beim Shoppen im Geschäft und empfinden es als vertrauenswürdiger und transparenter, sich von echten Verkäufern beraten zu lassen, als mit einem gesichtslosen Computersystem zu interagieren.
  • Produkte zum Anfassen: Der rein auf Produktbeschreibungen und den Rezensionen Fremder fußende Online-Kauf ist immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Im Laden können Kunden hingegen die Kleidung erst einmal anprobieren und auf seine Qualität hin prüfen, ein vielversprechendes Parfum beschnuppern oder eine neue Matratze probeliegen.
  • Weniger elektronische Überwachung: Beim Offline-Einkauf läuft man weniger Gefahr, zum gläsernen Kunden zu mutieren, da der Verkäufer – ohne Kundenkarte – keine Daten aus Browser-Cookies oder Nutzer-Accounts beziehen kann.

Durch die Stadt zu schlendern, einen Blick in die Schaufenster zu werfen und in traditionellen Geschäften als Stammkunde erkannt zu werden, ist für viele Bewohner der Hansestadt immer noch eine beliebte Freizeitaktivität, für manche sogar eine Art Lebensgefühl. So lernt man schnell die Atmosphäre eines Geschäfts zu schätzen, findet sich besser im Produktsortiment zurecht und hält einen netten Plausch mit dem Personal. Was könnte also mehr Spaß machen als ein gemütlicher Einkaufsbummel mit Freunden durch die Hamburger Innenstadt?

 

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