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Hamburg, die Stadt der unabhängigen Kreativen: Resümee zum Indiebookday

Hamburg hat seine Strahlkraft als die Stadt der zukunftsgerichteten Kreativen wieder verteidigt: Der Indiebookday, von einem Hamburger Verleger ins Leben gerufen, erhielt zum zweiten Mal deutschlandweit Aufmerksamkeit und hinterließ die unabhängigen Büchermacher zufrieden. Unabhängige Hamburger Verlage, Autoren und Buchhandlungen zeigten wieder, dass die norddeutsche Metropole sich darauf versteht, Trends in der Medienlandschaft zu setzen.

buchAm 22. März lief der zweite deutschlandweite Indiebookday äußerst erfolgreich: Tausende von Leserinnen und Lesern folgten dem Aufruf, sich in einer Buchhandlung ihrer Wahl zu begeben und ein unabhängiges Buch zu kaufen. Und genauso viele Leserinnen und Leser teilten dieses Buch dann in sozialen Netzwerken. Damit ist das Konzept des Indiebookdays voll aufgegangen. Denn der Hamburger Verlag mairisch hat letztes Jahr den Indiebookday ins Leben gerufen, um auf die zahlreichen Bücher der unabhängigen Verlage als gutem alternativen Lesestoff aufmerksam zu machen.

Viele Leserinnen und Leser sind sich gar nicht bewusst, dass die Bestsellerlisten und die meisten Lektüren auf ihrem Nachttisch von wenigen, einflussreichen Verlagen stammen. Und viele Lesende wissen nicht, wo sie Informationen über kleine, liebevoll gestaltete Bücher bekommen können, die in Deutschland abseits von diesen großen, kommerziellen Verlagen gemacht werden. Dem wollte sich mairisch entgegenstellen, als er den Indiebookday gründete. Viele kleine Verlage haben sich zusammengeschlossen, um die Initiative deutschlandweit zu verbreiten. Buchhandlungen wie das ocelot in Berlin oder Cohen + Dobernigg im Schanzenviertel machen bei der Initiative mit, indem sie am Indiebookday explizit unabhängig gemachte Bücher empfehlen und in ihre Schaukästen stellen.

Unabhängige Verlage sind in Deutschlands Medienlandschaft essenziell: Sie sind die Verlage, die nicht marktwirtschaftlich arbeiten und somit noch Risiken eingehen. Seien es schöne, aufwendig gestaltete Bücher, Nischenthemen oder junge und unbekannte Autoren und Autorinnen, unabhängige Verlage trauen sich, auch nicht lukrative Geschäfte zu machen, aus Leidenschaft an guten Büchern. Mittlerweile sind die Indie-Verlage gut vernetzt und erreichen dank des Internets immer mehr Aufmerksamkeit, zum Beispiel unter „readindie“, einem Zusammenschluss von Bloggern, die Bücher aus unabhängigen Verlagen rezensieren und besprechen. In dieser Szene ist Hamburg seit jeher ein Vorreiter. Die Hansestadt besitzt mehr als 15 Independent-Verlage, welche oft Jungautoren zu Karrieren verhelfen, spannende Themen aufgreifen und verbreiten und abseits der großen Verlage Deutschland zu einem kreativen und pulsierenden Land machen.

Dafür ist Hamburg als Printstadt bestens geeignet: Hier finden sich nicht nur unabhängige und etablierte Verlage, sondern auch die passenden Umgebungen: Als Fernsehstadt, Gamecity und fester Anlaufpunkt für Nachwuchsjournalisten verfügt Hamburg über ein gutes Netzwerk an Medienmachern. 70 000 Beschäftigte kann die Hansestadt allein im Medienbereich ihr Eigen nennen, jährlich sind hier tausende von Stellenanzeigen im Medienbereich zu finden. Neben dem Indiebookday sind in Hamburg auch andere Trends in der Verlagslandschaft zu beobachten: Immer mehr Digitalverlage siedeln sich in der Hansestadt an. Und auch bei innovativen Erzählmethoden tut sich innerhalb der Medienstätten Hamburgs viel, wie zum Beispiel die Summer School „Medienkonvergenz“ zeigt, welche die Hamburger Universität schon im Sommer 2010 veranstaltete, lange bevor Transmedia Storytelling zum Begriff in der deutschen erzählerischen Landschaft wurde.

Der Indiebookday ist also nur ein Beispiel für die Vitalität der Medien in der Stadt – aber ein sehr gelungenes, wie die Bilanz 2014 zeigt.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de

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